Beschreibung
Wirtschaftstheorie für die Zukunft
Nicht nur der weltweite Zusammenbruch der Finanzwirtschaft 2008 zeigt es: Unsere Volkswirtschaftspolitik ist völlig aus den Fugen geraten. Dem Wohlstand in Deutschland stehen über 1,5 Billionen Euro Staatsverschuldung gegenüber. Gleichzeitig geht auch hier die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Ohne ein radikales Umdenken und Umsteuern der Wirtschaft wird sich daran nichts ändern.
Den erreichten Wohlstand möchte niemand aufgeben. Deshalb appelliert Bossle an die ökonomische Vernunft von Unternehmern, Konzernchefs und Politikern. Es ist Aufgabe der demokratischen Staatsform, Voraussetzungen zu schaffen, „dass in Verbindung mit einer neuen Wirtschaftstheorie eine völlig neue Weltwirtschaftspolitik gemacht wird.“
Dr. Bossle entwickelt eine neue Wirtschafts- und Unternehmenspolitik, die von der Ökonomie über die Personalpolitik bis hin zu Werten für Politik und Wirtschaft den Wachstumsprozess umfasst. Beispiele bereits heute erfolgreicher und verantwortungsvoller Unternehmen illustrieren den Weg zu »Wohlstand durch Wachstum ohne Weiterverschuldung«.
ISBN: 978-3-934983-11-3
160 Seiten, Hardcover
LESEPROBE
aus dem Buch: „Wohlstand durch Wachstum“
– Prinzip Verantwortung –
Verantwortung korrespondiert mit Gerechtigkeit. Beide Größen sind immaterieller Natur und basieren auf Gesinnung und Verhalten. Philosophische Betrachtungen, die in großer Zahl angestellt wurden, so auch beispielsweise von Hans Jonas in seinem Buch Prinzip Verantwortung, sind bei praktischer Umsetzung vom Denkansatz hilfreich, verlieren aber ihre Nützlichkeit, weil sie ideologisch ausgerichtet soziales Gedankengut transportieren, das zwangsläufig im Utopischen endet und sich damit selbst fürs Wirtschaften unbrauchbar macht. Der Grund ist letztlich, wie bei Gerechtigkeit, die Fokussierung auf das Materielle und den dortigen sozialen Aspekt. Auch Verantwortung ist breiter dimensioniert und bei vielen Aktivitäten als Prinzip gefordert. Dennoch sehen beispielsweise die Gewerkschaften, was bei Vertretern der Arbeitnehmerschaft durchaus verständlich ist, Verantwortung in der Wirtschaft im wesentlich als soziale Vorgabe.
Verantwortung ist, wie Gerechtigkeit, ein alles übergreifendes Prinzip für individuelles und kollektives Handeln. Hierbei ist keine Person mit Denkvermögen ausgenommen.
Auf die Ökonomie übertragen muss jeder Einzelne, gleich welchen Rang, welche Position oder Tätigkeit er hat, Verantwortung tragen. Auch ein Sozialhilfeempfänger, der selbst nichts erwirtschaftet und nur als Konsument in Erscheinung tritt, hat die Verantwortung, mit den Zuwendungen so umzugehen, dass er für sich und die ihm anvertrauten Menschen das Beste daraus macht. Kann er arbeiten und tut es nicht obwohl ihm eine Stelle angeboten wird, handelt er verantwortungslos. In gleicher Weise tut dies ein Manager oder Unternehmer, der Menschen in die Arbeitslosigkeit schickt, obwohl er Möglichkeiten und Chancen hat, sie weiter zu beschäftigen.
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